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Walter Glawatz
"Ich fing noch mal mit Judo an"

"Ich bin dabei ..."
Nach zwanzigjähriger Abstinenz reizte es mich als Enddreißigjähriger, 1987 noch einmal auszuprobieren, was von meiner ersten Judozeit noch "hängen geblieben" sein könnte. Mutig betrat ich nach vorheriger telefonischer Rücksprache das Dojo und schaute mir das Breitensporttraining der Donnerstagsgruppe an. Sogleich sprang der Funke über, am liebsten hätte ich gleich mitgemacht, aber leider hatte ich keine Sportkleidung dabei. Unverzüglich kaufte ich mir einen Judogi und konnte am folgenden Donnerstag mit frischem Anfangselan am Training teilnehmen. Und es machte mir von Beginn an viel Spaß. Aufwärmtraining, Fallschule, Wurf- und Bodentechniken, schnell merkte ich, daß vieles nur wieder aufgefrischt werden mußte, was im Grunde nicht verlernt worden war. Möglich war dies allerdings nur, weil das frühere Training in der Kalandschule und später in der Frankeschule hervorragende Grundlagen vermittelt hatte, mit entsprechender Betonung von Basistechniken. Nach wenigen Wochen konnte ich ohne Abstriche alle Trainingsinhalte auf der Matte umsetzen, und mein Entschluß stand fest: "Ich bleibe dabei".

Aus dem einen Trainingstag pro Woche wurden in kurzer Zeit drei, und dabei ist es bis heute geblieben. Ebenso unverändert mein Bedauern darüber, einen Trainingstermin nicht wahrnehmen zu können, was bis jetzt glücklicherweise nicht allzu häufig vorgekommen ist. In den zurückliegenden eineinhalb Jahrzehnten hat sich natürlich die Zusammensetzung der Trainingsgruppen zum Teil gewaltig geändert, um so erstaunlicher aber, daß ein Kern unverändert dabeigeblieben ist. Dieses bezieht sich vor allem auf die Breitensporttermine Dienstag, Donnerstag und Freitag.

Aus dieser Trainingsarbeit erwuchs auch eine zwölfköpfige Gruppe, die sich 1994/95 unter der Anleitung von Detlef Ott in 15 Monaten auf die Prüfung zum 1. Dan vorbereitete. Bis auf einen Teilnehmer, der leider bereits zu Beginn des wöchentlichen Vorbereitungstrainings aus beruflichen Gründen aus Lübeck verzog, hielten alle Aspiranten bis zum Schluß durch und bestanden die Prüfung erfolgreich. Ein in dieser Form bestimmt seltenes Ereignis und deshalb besonders erwähnenswert.

Neben den Gürtelprüfungen können Interessierte jährlich das Judo-Sportabzeichen ablegen. Dieses erfreut sich seit Jahren großer Beliebtheit und bietet einen sportlichen Anreiz in umfassender Form (Fitneß, Kraft, Gewandtheit, Kata) unabhängig von Alter und Graduierung. Von großem Wert ist auch immer die Kontaktpflege mit Judoka anderer Vereine. So fuhren z. B. einige Judoka des LJC im Frühjahr 1992 zu einem gemeinsamen Wochenendtraining mit Judoka des USV TU Dresden. Ein tolles Erlebnis, verbunden mit einem Einblick in eine zumindest damals noch etwas andere Trainingswelt. Sehr viel Freude bereitet das gemeinsame Training mit Judoka des SV Sarkwitz, einmal auf heimischen Matten, das andere Mal im Sarkwitzer Dojo.

Gerade im Breitensport ist es wichtig, für sich den Weg als das Ziel zu begreifen und den Spaß und die Freude am Judo möglichst ungetrübt zu halten. Darüber hinaus bietet neben den anderen Budo-Sportarten gerade das Judo die Möglichkeit, sich mit zunehmendem Alter weiterzuentwickeln und dies nicht nur in sportlicher Hinsicht.

"Also, ich bleibe dabei!!!"




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