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Was ist Kendo?

Kendo ist die älteste japanische Kriegskunst mit einer großen feudalen Tradition. Die Kunst geht zurück auf die berühmteste Kaste Japans: die Samurai.

Mitte des 18. Jahrhunderts wurde das Shinai (Bambusstock) und die leichte Rüstung zum Training eingeführt, welche bis heute fast unverändert sind und genutzt werden.

Durch das Aufkommen der Feuerwaffen verlor die Schwertfechtkunst an Bedeutung, anstelle des Schwertes trat nun immer stärker das Shinai und somit der sportliche Teil in den Vordergrund. Die ehemaligen Schwertkämpfer erklärten nun das Üben selbst zum Ziel, womit hier die Beeinflussung durch den ZEN ganz deutlich wird.

Im Kendo ist es möglich ein realistisches Kampftraining mit dem Partner durchzuführen. Mit dem Shinai wird versucht, bestimmte Körperteile des Gegners zu treffen. Aber auch in der heutigen sportlichen Form des Kendo ist nicht allein das korrekte Treffen ausschlaggebend. Daneben soll eine exakte Körperhaltung, der entschlossene Angriff und nicht zuletzt der Kampfschrei (KIAI) den Willen des Kämpfers, einen entscheidenden Schlag zu landen, dokumentieren.

Folgende Angriffsarten werden, bei Beachtung obiger Punkte, als Punkt gewertet:
- MEN (der Schlag auf den Kopf)
- KOTE (der Schlag auf das Handgelenk)
- DO (der Schlag auf den Rumpf)
- TSUKI (der Stich zum Kehlkopf)
Ein Kampf ist entschieden, sobald es einem der Kämpfer gelingt, zwei Punkte zu erzielen.

Für wen und warum?
Kendo bietet dem Menschen in unserer Zeit vieles, was sich nur mit Mühe in Worte fassen läßt und nur nach einiger Zeit er-leb-bar ist.

Es gibt beim Kendo keine Trennung in weibliche oder männliche Gruppen, da die Körpereigenschaften letzlich egal sind. Kendo ist ein Sport, der den Körper nicht benutzt und auslaugt, sondern fördert und bis ins hohe Alter hinein aktiv erhält. Das beweisen japanische Kendo-Meister, die noch mit stolzen 70 Jahren an Wettkämpfen teilnehmen und jüngere Gegner das Fürchten lehren.

Macht bei Anfängern das körperliche Training noch den weitaus höheren Anteil aus, verkehrt sich dieses mit zunehmenden Alter ins Gegenteil. Wer Kendo selbst betreibt, kann seinem Bewegungsdrang nachgeben, ohne einem Leistungszwang ausgesetzt zu sein und ist auch ein Mittel, um körperliche und geistige Verspannungen zu lösen.

Beim Kendo-Kampf werden eingeübte Techniken mit nicht im voraus kalkulierbaren Situationen konfrontiert. Kendo stärkt so das Selbstbewußtsein, fördert die Vitalität und erlaubt, blockierte Energie freizusetzen. Aus diesem Grunde ist Kendo an vielen japanischen Schulen Pflichtfach im Schulsport.

Wer nicht nur Techniken erlernt, sondern sich auf ein echtes Sich-Üben einläßt, wird auch über sich selbst mehr erfahren. Der Körper ist viel zu wertvoll, um ihn zum Konsumgegenstand zu degradieren. Ein bewußter Umgang mit dem eigenen Körper, zu dem Kendo erzieht, wird dem ganzen Menschen etwas bringen.
 
Ausrüstung

  • Das Shinai
    • Es besteht aus vier Bambusspleißen, die durch Lederteile gehalten und durch eine Schnur zusammengebunden werden.
  • Die Rüstung
    • Sie besteht aus vier Teilen:
      - dem MEN (Kopfschutz)
      - dem DO (Brustpanzer)
      - dem TARE (Hüftschutz)
      - den KOTE (Handschuhen)