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Geschichte des Lübecker Judo-Clubs

Der Verein wächst

In den sechziger und siebziger Jahren konnte der Verein insbesondere im Judo einen großen Mitgliederzuwachs verzeichnen. Die Nachfrage war so groß, daß nur zweimal im Jahr, im Frühjahr und im Herbst, neue Mitglieder aufgenommen werden konnten. Jeweils 70 bis 90 neue Mitglieder drängten sich an diesen Terminen auf unserer Matte. Diese Anfängergruppen mußten dann immer zwei bis dreimal geteilt werden.

In der Zeit bis 1970, hatte der LJC seine Glanzzeit im sportlichen Bereich. Ein sehr motivierter Vorstand und eine sorgfältige Kassenführung ermöglichten es, daß vom Lübecker Judo-Club viele Deutsche Einzel- und Mannschaftsmeisterschaften ausgerichtet werden konnten. Auch das Vorolympische Turnier für die Olympischen Spiele 1964 wurde in der Hansehalle in Lübeck veranstaltet. Es beteiligten sich Mannschaften aus Belgien, Frankreich, Holland und der DDR. Für Holland war auch der damals zweifache Weltmeister Anton Geesink am Start, der sich in Tokio seinen dritten Weltmeistertitel holte. 1965 und ein zweites Mal 1970 konnte die Jugendmannschaft des LJC den Titel eines Deutschen Mannschaftsmeisters erringen.

Auch Deutsche Meistertitel im Judo wurden in den Jahren bis 1968 durch unsere Vereinsmitglieder Walter Schnell, Wolfgang Wirtz, Eckhard Pieske, Joachim Walter, Holger Brückner und Dr. Walter Trautsch erzielt. Natürlich fanden auch viele Freundschaftskämpfe wie z. B. mit Polen, Schweden, Finnland, Prag, Dänemark und einer japanischen Auswahlmannschaft eines japanischen Flottenverbandes in Kiel statt. Da alle Freundschaftskämpfe mit einem Rückkampf gekoppelt waren, konnten die Mitglieder des LJC so manche Reise unternehmen. Auch zahlreiche Begegnungen mit Vereinen aus den Städten in Deutschland und im Ausland wurden durchgeführt.

In diesem Zusammenhang ist besonders interessant, daß unser Verein damals auch schon in Japan bekannt war. Vom Kodokan Institut, der Geburtsstätte des Judo, wurde 1961 ein Buch mit dem Titel "Judo" herausgebracht. In diesem Buch wird die Entwicklung und internationale Verbreitung des Judo beschrieben. Auf Seite 45 finden wir eine Bild über das Judo-Training in Deutschland, aufgenommen in der Kalandschule. Als die Nationalmannschaft aus Japan einen Länderkampf gegen die Mannschaft der Bundesrepublik, in Berlin austragen wollte, absolvierte die Mannschaft ihr Vorbereitungstraining in Lübeck in der Holstentorhalle. Begleiter dieser Mannschaft war Kazuzo Kudo 9.Dan aus Japan.

Viele nationale, internationale Lehrer und Bundestrainer waren damals beim LJC zu Gast: Dr. Makoto Suzuki 4.Dan, Kokichi Nagaoka 4.Dan, Kurokawa 5.Dan, Jiichi Watanabe 6.Dan (siehe Foto links) und Han Ho San 9.Dan. Auch der allen bekannte G. F. M. ("Opa") Schutte 7.Dan aus Holland weilte vielfach beim LJC.

1966 hatte der Vorstand des LJC einen Wechsel zu verzeichnen. 2.Vorsitzender wurde Rolf Brand. Am 1. April 1968 wurde vom Vorstand des LJC als Hauptamtlicher Trainer Yeung Min 4.Dan aus Korea für das Judo-Training verpflichtet. Aus finanziellen Gründen mußte dieser Vertrag vorzeitig gekündigt werden. Bedingt durch die Tätigkeit von Max Depke auf Bundesebene wechselte der gesamte Vorstand im Jahre 1969. 1.Vorsitzender wurde der Dr. Dieter Hagenström, 2.Vorsitzender Lothar Müller (gleichzeitig Geschäftsführer), Kassenwart Peter Borgwardt, Schriftführer Hans Mende, Sportwart Hans-Hermann Dierck. Auf dieser Versammlung wurde Max Depke zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Auf den Mitgliederversammlungen 1971 und 1973 wurden Lothar Müller und Herbert Bartilla (sen.) zu Ehrenmitgliedern ernannt.