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Geschichte des Lübecker Judo-Clubs

Die jüngere Vergangenheit

25 Jahre Lübecker Judo-Club

Im Jahr 1979 beging der Lübecker Judo-Club sein 25-ig jähriges Bestehen. Am 24. Februar 1979 hatte der Lübecker Judo-Club zum Empfang ins Mövenpick Hotel eingeladen. Mehr als fünfzig Gäste gaben dem Verein die Ehre. Der Sportsenator der Hansestadt Lübeck, die Repräsentanten der Verbände und Vereine in und um Lübeck gaben diesem Empfang seinen Rahmen.

Am gleichen Tag fand auch eine Budo-Gala in der Holstentorhalle statt. Mit Ankündigungen im Radio, in der Presse und durch eine große Plakataktion wurde für diese Show geworben. Über 600 Zuschauer waren gekommen, um den LJC mit seinem Leistungsspektrum zu sehen und vorallem um Budo zu erleben. Vereinsmitglieder aller Sektionen, Meister, Fortgeschrittene und Anfänger zeigten ein brillantes Feuerwerk aus den verschiedenen Budo-Disziplinen.

Budo-Gala 1979 1979: Die Matte vor der Budo-Gala


Holger Provos demonstriert
eine Kendo Kata

Lothar Müller demonstriert mit
Detlef Ott die Goshin-Jutsu-no-kata

Für alle Mitglieder und Freunde des Vereins wurde am 3. März 1979 zu einem Jubiläumsball eingeladen, und am 16. Juni 1979 wurde für die Kinder auf dem Schulhof der Kalandschule ein Jahrmarkt aufgebaut. Pünktlich um 15.00 Uhr läutete Lothar Müller das Kinderfest ein, das unter dem Motto "alles für'n Groschen" stand.

Zwischenzeitlich gab es kleinere Wechsel im Vorstand. 1982 wurde Detlef Ott zum Sportwart gewählt und 1984 löste Lothar Glisovic als Kassenwart Detlef Lentz ab.

30 Jahre nach der Vereinsgründung

Anläßlich des 30-ig jährigen Bestehens veranstaltete der LJC im Januar 1984 den ersten Budo-Ball. Dieser Budo-Ball wurde in den Folgejahren zu einer festen Einrichtung und fand immer am dritten Samstag im Januar statt. Der Ball etablierte sich für Lübeck und Umgebung zu einer festen Großveranstaltung. 17 Bälle wurden in den Räumen des LJC und des Tanzclub Hanseatic veranstaltet. Über 900 Teilnehmer konnten teilweise alljährlich gezählt werden.


1985:Budo-Ball in den Räumen des TCH und LJC

Regelmäßig wurden Budo-Sport übergreifende Trainer-Fortbildungen im LJC angeboten und von den Trainern rege besucht. 1984 wurde z. B. die erste Veranstaltung dieser Art in unseren neuen Räumen unter dem Motto "Spiele auf der Matte, nur für Kinder?" vom damaligen Sportwart Detlef Ott veranstaltet.

1986 wurden Peter Borgwardt zum 2. Vorsitzenden, Hanna Schwerin zur Kassenwartin, Bernd Leuchter zum Geschäftsführer und Heinz Jenkel zum Sportwart gewählt. Detlef Ott verließ Lübeck aus beruflichen Gründen.

Auch sportlich zeigten sich die Mitglieder wieder sehr erfolgreich. Als herausragende Beispiele können hier einige Deutsche Titel erwähnt werden. Im Judo waren dies Jan Nissen, Dirk Holzer und Jan Rittershofer; im Ju-Jutsu Oliver Hennes, Ralph Thiem, Heinz Dorloff, Claudia Rosin, Martina Seidel und Andrea Schild. Auf den Europameisterschaften in der freien Selbstverteidigung belegten Manfred Feuchthofen und Frank-Timo Lange den ersten Platz. Im Kickboxen wurde Stephanie Dahm, geb. Meßmer Deutsche Meisterin.

Ehrenamt und Professionalität

Bis 1987 wurden alle Vereinsgeschäfte ausschließlich auf ehrenamtlicher Basis geführt. Es gab z. B. das Amt eines sogenannten Karteisachbearbeiters, um die Mitgliederkartei zu führen und ausstehende Beiträge anzumahnen. Doch dies war aufgrund der Vereinsgröße und der in der Vereinsanlage anfallenden Arbeiten nicht mehr praktikabel. So wurde Am 1. Januar 1987 Heidrun Michelau für die Leitung der Geschäftsstelle eingestellt und eine rechnergestützte Vereinsverwaltung eingeführt. Vom 1. August 1987 bis zum 31. Dezember 1994 wurde zusätzlich Heinz Prietzsche angestellt.

Auf der Mitgliederversammlung am 5. Juni 1990 wurde ein neuer Vorstand gewählt. 1. Vorsitzender wurde Detlef Ott, 2. Vorsitzender Bernd Leuchter, Kassenwartin Hanna Schwerin, Sportwart Heinz Prietzsche und Geschäftsführer Matthias Schön, der 1991 von Diethard Kaben abgelöst wurde.

Die ersten wichtigen Maßnahmen des neuen Vorstandes waren eine eingehende Analyse der Aufwands- und Ertragsverhältnisse und der Gesamtsituation des Vereins. Ein Verein mit Immobilienbesitz und unserer Größe kann mittlerweile als kleines Wirtschaftsunternehmen angesehen werden. Dies gilt auch, wenn bei einem gemeinnützigen Verein keine Gewinnabsicht vorhanden ist. Unabhängig davon muß nämlich in jedem Fall sichergestellt sein, daß zum Monatsersten alle auftretenden Kosten beglichen werden können, und der Lübecker Judo-Club hat aufgrund seiner Größe und der eigenen Vereinsanlage erhebliche monatliche Fixkosten. Deshalb wurde die Vereinsverwaltung nun konsequent auf betriebswirtschaftliche Grundsätze ausgerichtet und ein modernes Controlling eingerichtet.

Auf den Mitgliederversammlungen im September 1990 und im März 1991 wurde ein weiterer Ausbau der Vereinsanlage sehr ausführlich diskutiert. Der Vorstand hatte den Wunsch der Mitglieder nach einem Kraftraum aufgegriffen und hierzu ein ausführliches Baukonzept und den dafür nötigen Finanzierungsplan erstellt. Das Baukonzept sah den Um- bzw. Ausbau des rechts am Dojo gelegenen Seitentraktes (von der Falkenstraße gesehen) vor. Dieser Seitentrakt stand seit Ende 1989 leer. Die Kosten wurden vom Vorstand auf einen Betrag in Höhe von 320.000 DM ermittelt. Der Vorstand belegte sehr deutlich, daß ohne Eigenmittel und trotz bereits vorliegender Zusagen über Zuschüsse eine Finanzierung nur über erneute Darlehen möglich sei und daß auf den Verein nach Fertigstellung eine monatliche Mehrbelastung von bis zu 6.000 DM zukommen würde. Weiterhin wies der Vorstand darauf hin, daß 7 Jahren nach Einweihung der Vereinslage die bisher abzuzahlenden Darlehen noch nicht ausreichend getilgt seien, um erneut ohne Not die Verschuldung zu erhöhen. Da dies eine einschneidende Erhöhung der Beiträge bedeutete, eine für die Finanzierung notwendige positive Mitgliederentwicklung nicht sicher erwartet werden konnte und zusätzlich ein Ansteigen der allgemeinen Kosten in den nächsten Jahren zu erwarten war, konnte der Vorstand den Mitgliedern diese Maßnahme nicht empfehlen. Dieser Empfehlung folgten die Mitglieder und lehnten einen solchen Ausbau ab.

Auf der Mitgliederversammlung 1992 wurde Renè Quaß zum Kassenwart gewählt, da Hanna Schwerin aus beruflichen Gründen das Amt aufgeben mußte.

1993 bis 1998

1993 konnte nach vielen Bemühungen die Verpachtung des leerstehenden Anbaus endlich verhandelt werden. Zwei Pächter übernahmen den Ausbau auf eigene Kosten und zogen Ende 1993 ein. Im gleichen Jahr wurde auch der zweite Büroraum an den Judo-Verband Schleswig-Holstein e. V. als Geschäftsstelle verpachtet. Aus den von der Pacht erzielten Mitteln konnte dann 1994 der Parkplatz vor unserer Anlage gepflastert und hergerichtet werden. Nach 10 Jahren mußte auch die Heizungs- und Warmwasseranlage, die seit etwa zwei Jahren nicht mehr die erforderliche Leistung brachte, erneuert werden. Mit Zuschüssen der Hansestadt Lübeck des Landessportverbandes und der Possehl-Stiftung gelang die Finanzierung.

Auf der Mitgliederversammlung 1995 wurden Manfred Feuchthofen zum Sportwart gewählt und Lothar Müller zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

1997 wurde es dann notwendig, die Bankdarlehen neu zu ordnen. Dies übernahm René Quaß, der in der Zeit von 1992 bis 1997 Kassenwart war. Die Darlehen wurden zusammengefaßt und ein für die damalige Zeit günstiger Zins konnte ausgehandelt werden. In diesem Jahr übernahm Hanna Schwerin nach fünfjähriger, berufsbedingter Pause wieder das Amt der Kassenwartin.

Neue Herausforderungen

Erneut führte der Vorstand eine Analyse der Gesamtsituation des Vereins durch. Dies war nötig, da der Mitgliederzuwachs seit Ende der achtziger Jahre merklich rückläufig war. Die Sportlandschaft hatte sich auch in und um Lübeck geändert. Das lag nicht nur daran, daß andere Budo-Vereine entstanden sind, sondern daß sich auch ein geändertes Freizeitverhalten mit neuen Angeboten auszuwirken begann. Die Interessen der Menschen hatten sich verändert. Trendsportarten, wie z. B. Inlineskating, oder Angebote im elektronischen Bereich standen und stehen im direkten Wettbewerb zum Sport und Budo. Auch heute noch sind mehr als 60% unserer Mitglieder Jugendliche und davon über 80% Kinder im Alter von 14 Jahren und jünger. Dazu kommt noch, daß sich mehr als 90% der Sportler breitensportlich orientiert haben. Übrigens hat sich diese Entwicklung bisher nicht geändert und kann in ähnlicher Form in allen Sportvereinen in Schleswig-Holstein beobachtet werden. Jährlich konnten und können wir zwar etwa 30% Neumitglieder in unserem Verein begrüßen, aber dies ist nur auf den ersten Blick eine positive Entwicklung. Gleichzeitig verlieren wir etwa die gleiche Mitgliederanzahl, beides vorwiegend im Alter zwischen 11 und 13 Jahren. Dies bedeutet, daß innerhalb von drei Jahren ein Mitgliederwechsel von bis zu etwa 80% stattfindet! Dazu kam dann noch die Verschiebung zu immer jüngeren Jahrgängen, die natürlich am frühen Nachmittag ein entsprechendes Angebot erwarteten. Dieser Herausforderung mußte sich der Vorstand stellen. Darüber hinaus wurde und wird es immer schwieriger geeignete Personen zu finden, die sich im ehrenamtlichen Bereich zur Verfügung stellen. All dies lies sich allein mit ehrenamtlich Übungsleitern nicht mehr realisieren. Am 1. Juli 1997 wurde deshalb Tanja Hantel als hauptamtliche Trainerin und Vereinsmitarbeiterin beim LJC eingestellt. Aufgrund ihrer exzellenten Qualifikationen im sportlichen wie auch im kaufmännischen und handwerklichen Bereich paßt sie wie ein fehlender Mosaikstein exzellent in unseren Verein. Zusätzlich wurden die Leistungsangebote des Vereins freizeit- und breitensportlich ausgerichtet.

1998 bis 2003

Zum Geschäftsführer wurde Carsten Foth auf der Mitgliederversammlung 1998 gewählt, der dieses Amt bis 2001 inne hatte. Diese Versammlung wählte auch Bodo Mirow zum Sportwart, der auf der Mitgliederversammlung im Jahr 2000 nicht wieder kandidierte.

Im September 1999 trat der Lübecker Judo-Club aus dem Shotokan Karate Verband aus und wechselte wieder zum Karateverband Schleswig-Holstein. Seitdem leitet Dr. Roman Westfehling mit großem Engagement die Karate-Sektion und eine strategische Allianz mit unserem Partner Itosukai Karate-Do Lübeck e. V. wurde geschlossen. Die seither positive Entwicklung der Karate-Sektion spricht für sich selbst.

Auf der Mitgliederversammlung 2002 wurde Bernd Voß zum Sportwart gewählt.

2002 war dann auch das Jahr, in dem seit dem Bau des Dojo die größten Reparatur- bzw. Renovierungsarbeiten nötig waren. Der bis 1983 durchgeführte Umbau einer ehemaligen Maschinenfabrik in eine Vereinsanlage erfolgte zwar auf einer reparaturfreundlichen Basis, doch nach fast 20 Jahren Betrieb waren umfangreichere Arbeiten notwendig. Das Dach war aufgrund eines Sturmschadens undicht und mußte komplett saniert werden. Im Obergeschoß des Umkleidetraktes entsprach der Fußboden nicht mehr der Verkehrssicherheit und eine Erneuerung wurde notwendig. Eine Totalentkernung des Obergeschosses zwischen den beiden Duschräumen war hierzu erforderlich. Der Fußboden, die Decke, die Wände und die Toiletten wurden erneuert. Gleichzeitig wurden auch die Beleuchtungsmittel ausgetauscht. Finanzielle Mittel von über 60.000 EURO mußten für die Realisierung dieser Maßnahmen aufgebracht werden. Jetzt wirkte sich die über Jahre kontinuierliche Vereinsführung durch den Vorstand und die betriebswirtschaftliche Vereinsausrichtung äußerst positiv aus. Eine Rücklage war vorhanden und durch die sehr guten Kontakte zu anderen Organisationen und Firmen konnten die fehlenden Mittel durch Zuschüsse und gute Vertragsverhandlungen ausgeglichen werden.

2003 wurde die Sauna komplett erneuert. Sie wurde entkernt und neu vertäfelt. Auch der Aufenthaltsraum wurde renoviert, die Decke wurde erneuert und die Beleuchtungsmittel ausgetauscht. Beide Maßnahmen wurden durch Vereinsmitglieder in Eigenleistung realisiert.

Im April 2003 richtete der Lübecker Judo-Club das erste offene Turnier für Erwachsene im Sumo aus. An diesem Turnier nahm die Ju-Jutsu-Wettkampfmannschaft geschlossen teil und sicherte sich den Löwenanteil der zu vergebenen Titel.

Im September 2003 folgte dann das erste Sumo-Turnier für Kinder, das auch im Dojo des Lübecker Judo-Clubs ausgerichtet wurde. An diesem Turnier nahmen die Kinder und Jugendlichen mit großer Begeisterung teil und wurden mit Urkunden und Pokalen belohnt. Damit wurde der Lübecker Judo-Club einmal mehr seiner Vorreiterrolle für eine neue Budo-Disziplin in Schleswig-Holstein gerecht.