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Geschichte des Lübecker Judo-Clubs

Das eigene Dojo

Erster Vorstoß zum eigenen Dojo

Gemeinsam mit dem damaligen Sportwart Detlef Ott stellten Manfred Feuchthofen und Gerd Bennewitz im Verlauf des Jahres 1979 vermehrt die Frage nach einem eigenen Dojo, schließlich hatte der Verein ja eine nicht unerhebliche Rückstellung für diesen Zweck angespart. Übrigens betrug diese Rückstellung zu diesem Zeitpunkt 164.932,42 DM. Für dieses Vorhaben hatte Manfred Feuchthofen zwei leerstehende und zum Verkauf angebotene Objekte gefunden. Das eine lag in der Beckergrube und das andere in der Alfstraße. Der damalige Vorstand hatte aber aufgrund der hierfür notwendigen Finanzierung und der in der Folge entstehenden laufenden Kosten für die Unterhaltung der Anlage große Bedenken. Eine Realisierung war leider nicht möglich. Für die drei Sportfreunde war diese Entscheidung nur schwer zu verstehen.

Aus heutiger Sicht muß allerdings angemerkt werden, daß diese Entscheidung des Vorstandes richtig war. Einerseits war die vorhandene Rücklage als wesentlicher Grundstock für die Finanzierung eines solchen Projektes nicht ausreichend und andererseits hätte der Verein aus seinem damaligen Beitragsaufkommen die entstehenden Nebenkosten nicht tragen können. Abgesehen davon wären diese angebotenen Gebäude wahrscheinlich auch nicht groß genug gewesen, um allen Mitgliedern eine Trainingsmöglichkeit in einer eigenen Vereinsanlage zu bieten.

Eine weitere Möglichkeiten war zwar in Diskussion, trotzdem sollte es noch einige Jahre dauern, bis der Wunsch für ein eigenes Dojo Wirklichkeit wurde.

Unser Dojo entsteht

Auf der Mitgliederversammlung 1974 beschlossen die Mitglieder für den Bau eines eigenen Dojo eine Beitragserhöhung und dafür, entsprechende Rückstellungen aus den Jahresüberschüssen zu bilden. 1979 ergab sich erstmals eine Chance für ein solches Vorhaben. Ein namhafter Investor verhandelte mit der Hansestadt Lübeck über den Bau eines großes Kaufhauses, das er anstelle der Holstentorhalle errichten wollte. Die Holstentorhalle war zu jener Zeit eine Sporthalle, die der Turn- und Sportbund der Hansestadt Lübeck e. V. entsprechend nutzte. Als Ersatz für die Holstentorhalle sollte dann dieser Investor am Sportstadion Buniamshof eine Ersatzsporthalle errichten. Durch Beteiligung mit unserer Rücklage sollten uns in dieser Sporthalle entsprechende Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt werden. Besonders interessant an dieser Lösung war die geplante vertragliche Regelung, daß dem Verein mit Einbringung seiner Rücklage keine weiteren monatlichen Nebenkosten entstanden wären. Das Kaufhausprojekt wurde dann doch nicht realisiert und wir mußten noch vier weitere Jahre warten.
Durch einen glücklichen Zufall ergab sich dann Ende 1980 die zweite Chance auf eine eigene Trainingsstätte. Auslöser war ein Gespräch zwischen Max Depke und Björn Pusch, dem damaligen Vorsitzenden des Tanzclub Hanseatic. Der Tanzclub Hanseatic suchte gleichzeitig mit dem LJC eigene Räumlichkeiten und hatte in eigener Sache ein Objekt gefunden, das für zwei Vereine interessant zu sein schien. Die Gebäude der Maschinenfabrik "Hans Kock" in der Falkenstrasse 37-39 standen zum Verkauf. Auf einem Erbpachtgrundstück und mit günstiger Verkehrsanbindung gelegen, wurde der Komplex zunächst von der Firma für Sanitärbedarf "Hans Kröger" ersteigert. Diese Firma hatte die Absicht, zwei Drittel der Gebäude zu veräußern. Der Kaufpreis für diesen Teil sollte für beide Vereine 350.000 DM betragen, wovon 210.000 DM der Anteil des LJC sein sollte.
Am 25. März 1981 wurde die Grobplanung auf einer Trainerversammlung vorgestellt. Sofort war eine große Begeisterung zu spüren. Am 10. März 1981 wurde in den Lübecker Nachrichten eine Anzeige veröffentlicht, die zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung einlud. Auf dieser außerordentlichen Mitgliederversammlung am 6. April 1981 war das einzige Thema "das eigene Dojo des LJC". Max Depke als Initiator stellte das Vorhaben mit der entsprechenden Finanzierung vor. Die Kosten wurden auf 210.000 DM für den Ankauf und 620.000 DM für den Umbau des Gebäudes veranschlagt. Doch erhebliche Anstrengungen waren trotz Rücklage und vorgesehenen Eigenleistungen erforderlich, um den Restbetrag über Zuschüsse und Bankdarlehen aufzubringen.

Im Protokoll dieser Versammlung kann nachgelesen werden, daß die Versammlung einstimmig folgende entscheidende Beschlüsse faßte:
  • Der geschäftsführende Vorstand wird beauftragt und bevollmächtigt, alle Maßnahmen zu treffen, die zur Verwirklichung des Dojo-Bauvorhabens erforderlich sind. Zur Beratung dient der Bauausschuß, der eine mehrheitliche Empfehlung geben muß.
  • Der Vorstand wird beauftragt und bevollmächtigt, dazu sämtliche sachdienlichen oder ihm erforderlich scheinenden Anträge zu stellen, Verträge zu schließen, Erklärungen abzugeben, insbesondere auch finanzielle Verpflichtungen einzugehen, um das Bauvorhaben zu verwirklichen.
Vereinsmitglieder, Erwachsene und besonders Jugendliche, legten bei den Innenausbauten, Maler-, Maurer-, Tischler-, Reinigungsarbeiten usw. mit Hand an. Diese Eigenleistungen standen unter dem Motto "Wir bauen unser Dojo". Für die Organisation und Durchführung der Eigenleistungen stellte sich Fred von Spiczak-Brezinski zu Verfügung.

Aber wie das meistens so ist, liegen zwischen Planung und Wirklichkeit "unerwartete und unentdeckte Welten". Für die Eigenleistungen stellten sich leider nicht allzuviele Mitglieder zur Verfügung. Am zahlreichsten waren die Jugendlichen vertreten, die mit großer Motivation halfen, die eigene Trainingsstätte zu ermöglichen. Darüber hinaus ergaben sich während der Bauphase zusätzlich erforderliche Arbeiten, denn in der alten Halle der Maschinenfabrik war so manches mehr zu tun.

Als dann alles fertig und bezahlt war, wurde es doch etwas teurer als gedacht. Insgesamt mußte der Verein über 1,2 Mio. DM aufbringen. Aber das Ergebnis war dann doch eine exzellente Sportanlage. Und im nachhinein gibt es nur einen Kommentar: "Alles richtig gemacht".

Am 12. März 1983 konnte unsere Vereinsanlage dann feierlich mit einem Empfang und einem abendlichen Ball eingeweiht und den Sportlern übergeben werden.

Unser Dojo heute

Unsere Vereinsanlage hat eine Gesamtfläche von mehr als 700 m2. Mit 350 m2 Mattenfläche, teilbar durch einen Trennvorhang in zwei Hallen, und den erforderlichen Nebenräumen zählte unser Dojo 1983 zu den größten Sportanlagen für Budo-Disziplinen in Deutschland. Eine Sauna gehört selbstverständlich auch dazu und eine Bewirtschaftung erfolgt seit Eröffnung für beide Vereine durch den Tanzclub Hanseatic.

An dieser Stelle gilt es, dem damaligen Vorstand zu danken, insbesondere aber müssen wir uns bei Max Depke bedanken, der die Baumaßnahme initiierte und unermüdlich mit großem Zeitaufwand und viel persönlichem Engagement sowie Motivation unser eigenes Dojo maßgeblich realisierte.