Aikido: Nikolaus-Lehrgang vom 04.-05.12.2010 mit einem 'Hauch von Knoblauch'

Am 04. - 05.12. fand traditionell, wie jedes Jahr am ersten Wochenende im Dezember, unser Nikolaus-Lehrgang statt. Als Meister durften wir uns dieses Jahr auf Lothar Darjes 5.Dan Aikikai aus Hamburg freuen, der uns ein wenig vom Aikido seines Verbandes und aus seinem Dojo zeigen wollte. Bereits beim Aufwärmtraining wurde viel mit Atemübungen gearbeitete (das hat aber noch nichts mit dem Hauch von Knoblauch zu tun), die es ermöglichten in sich zu gehen und sein Zentrum zu finden. Danach ging es mit Distanz- und Ki-Übungen weiter, bei denen es wichtig war, seinen Körper bewusst locker und geschmeidig zu bewegen. Hier wurde einem auch schnell klar, wie anstrengend eine dauerhafte Bewegung sein kann und wie schnell man wieder in ein kraftvolleres Muster zurückfällt. An dieser Stelle erklärte uns Lothar bildlich den Unterschied zu dem, was er bei uns sah und wo er gerne hin möchte.

Aikido kann wie eine deftige Knoblauchsuppe mit Tomaten Zwiebeln, Kräutern, Gewürzen und drei Knollen Knoblauch sein. Oder aber, wie ein Knoblauchsalat von Auguste Escoffier. Dieser bekannte französische Meisterkoch gab grünen Salat in eine Schüssel. Dann zerkaute er eine einfache Knoblauchzehe in seinem Mund und hauchte in den Salat, so dass dieser eine "Ahnung" des Knoblauchgeschmacks als Note bekam. Unsere Aufgabe bestand somit beim 'Hauch von Knoblauch'.

Nach eineinhalb Stunden gab es dann eine kurze Kaffeepause, um danach weitere eineinhalb Stunden zu trainieren. Dieses Mal ging es um ein 'Zwei-Punkte-Uke-System'. Hierbei wurde veranschaulicht, wie lange Uke in einer stabilen Position steht und ab wann die Instabilität beginnt. Bei einem Angriff des Uke besitzt dieser in der Regel eine stabile Position mit drei Punkten seines Körpers (beide Beine am Boden und einer Hand am Nage). Das Ziel von Nage war es jetzt, seinen Uke über konstantes Führen in eine instabile Position und somit zu Fall zu bringen. Die Aufgabe von Uke bestand einfach darin, sich führen zu lassen und bis zum Ende zu fühlen, ab wann das Gleichgewicht gebrochen war und man Rollen musste. Auch wenn sich diese Übung einfach anhört, so war doch zu merken, dass hier eine gute Fallschule vorhanden sein sollte. Denn je später man die Rolle durchführte (man soll ja auch nicht freiwillig Rollen), desto schwieriger wurde es zum Teil mit dem Fallen. Hier waren für einige Teilnehmer leider die Möglichkeiten noch zu eingeschränkt, um diese interessante Übung korrekt nachzuvollziehen. Aber auch daraus wurden Erfahrungen gesammelt.

Am Abend gab es dann eine gemütliche Runde, mit einem kalt/warmen Buffet (an dieser Stelle einen Dank an unseren Koch Thomas und alle weiteren Spender und Helfer), mit Music und Gästen aus vergangenen Tagen. Wie für einen Sonntag üblich, ging es dann in kleinerer Runde weiter. Wir hauchten unserem Salat wieder ein wenig Knoblauch ein und vertieften noch einmal, was wir bereits am Tag zuvor geübt hatten. Und siehe da, den 'Hauch von Knoblauch' konnte man an vielen Stellen jetzt deutlicher spüren. Bei einigen Teilnehmern, weil sie das Training bereits gut umsetzen konnten, bei Anderen, durch den Tzatziki-Genuss vom Vorabend. Was es am Ende auch war, es war auf jedenfall ein gelungener und schöner Lehrgang. Nochmals ein Dank an alle Helfer und die Vorschläge für den nächsten Lehrgang.

Carsten Foth

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